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Die unfallreichsten Tätigkeiten bei der Berufsausübung

Die Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegunfälle von Erwerbstätigen, die bei der Allgemeinen Unfallversicherungs-Anstalt versichert sind, ist letztes Jahr zum ersten Mal wieder nach acht Jahren angestiegen. Einige berufliche Verrichtungen waren besonders unfallträchtig. mehr...

(kunid) Im Durchschnitt verunfallten 2016 jede Woche fast 1.980 Arbeiter, Angestellte und Selbstständige, die bei der Allgemeinen Unfallversicherungs-Anstalt versichert waren, auf dem Arbeitsweg oder während der Ausübung ihres Berufes. Das sind über ein Prozent mehr als letztes Jahr. 106 Erwerbstätige starben bei einem Arbeitsunfall. Doch nicht der Umgang mit Maschinen ist im Hinblick auf die Hauptursachen für Arbeitsunfälle die risikoreichste Tätigkeit.

2016 waren 3,51 Millionen Erwerbstätige, konkret etwa 1,26 Millionen Arbeiter und 1,73 Millionen Angestellte, sowie fast 525.600 Selbstständige bei der Allgemeinen Unfallversicherungs-Anstalt (AUVA) gesetzlich unfallversichert. Davon erlitten rund 102.874 Personen einen Arbeits- oder Wegunfall und damit 1,4 Prozent mehr als noch in 2015. 106 Personen starben dabei – 67 bei einem reinen Arbeits- und 39 bei einem Wegunfall.

Im Detail ereigneten sich 91.248 reine Arbeitsunfälle – also Unfälle während der Arbeitsausübung –, das waren 1,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Zudem gab es 2016 11.626 Wegunfälle – Unfälle auf dem Weg von oder zur Arbeit –, was einer Zunahme im Vergleich zu 2015 um 3,7 Prozent entspricht. Anteilig verunfallten weit mehr Arbeiter als Angestellte und Selbstständige. Insgesamt erlitten 2,9 Prozent aller Erwerbstätigen einen Arbeits- oder Wegeunfall – im Einzelnen waren es jedoch 5,5 Prozent aller Arbeiter und „nur“ 1,5 Prozent aller Angestellten sowie 0,6 Prozent aller Selbstständigen.

Die Hauptgründe für Arbeits- und Wegunfälle …

Nach den Daten der AUVA führte insbesondere der Verlust der Kontrolle über Maschinen, Transportmittel, Handwerkzeug oder auch Tieren zu den meisten Arbeits- und Wegunfällen. Fast 42.300 Unfälle wurden 2016 dadurch verursacht. Insgesamt starben dabei 64 Menschen. Damit war dies auch der häufigste Grund für einen tödlichen Arbeits- oder Wegunfall. Alleine über 7.300 verletzten sich und 36 Personen starben bei einem Wegunfall beim Fahren oder Mitfahren eines Fahrzeugs wie Pkw, Motorrad oder auch Fahrrad.

An zweiter Stelle der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfälle liegen Stürze und Abstürze von Personen mit über 22.600 Arbeits- und Wegunfällen und 20 tödlich Verunfallten. Etwa 17.000 Beschäftigte verunfallten und fünf starben während einer Bewegung ohne eine körperliche Belastung, beispielsweise beim Gehen oder Laufen. Davon waren es knapp 4.300 Verletzte und drei Unfalltote bei einem Wegunfall, zum Beispiel als Fußgänger.

Mehr als 11.300 verunfallten bei einer Bewegung mit körperlicher Belastung, also zum Beispiel beim Tragen oder Heben von Gegenständen. Rund 6.500 verletzten sich und zwölf starben, weil Gegenstände wie Regale, Arbeitsmittel oder Güter zusammenstürzten, fielen, brachen oder rutschten.

… sowie für reine Arbeitsunfälle

Die meisten reinen Arbeitsunfälle, nämlich über 26,3 Prozent beziehungsweise knapp 24.000 Unfälle, ereigneten sich bei einer Bewegung, also zum Beispiel, weil Betroffene beim Gehen, Laufen, Hinauf- oder Hinabsteigen ausrutschten, sich anstießen oder umknickten. Knapp 22,4 Prozent oder mehr als 20.400 der Arbeitsunfälle passierten beim Arbeiten mit Handwerkzeugen wie mit Messern, Spritzen oder Schraubenziehern.

Zu fast ebenso vielen Unfällen kam es bei der manuellen Handhabung von Gegenständen wie beim Öffnen oder Schließen, in der Hand halten, Auf- oder Abhängen, Ein- oder Ausgießen oder auch beim Befestigen von Dingen. Beim Transportieren von Sachen per Hand, also unter anderem beim Tragen, Ziehen, Hochheben oder auch Schieben, ereigneten sich 13,0 Prozent beziehungsweise fast 11.900 aller Arbeitsunfälle.

Die Bedienung einer Maschine –  von der Bohrmaschine bis zur Produktionsanlage –  führte zu knapp 7,8 Prozent aller Arbeitsunfälle und damit zu über 7.100 Unfällen. Beim Fahren oder Mitfahren mit einem Fahrzeug oder Transportmittel wie Fahrrad, Pkw oder Gabelstapler gab es mehr als 4,5 Prozent der reinen Arbeitsunfälle, nämlich fast 4.300 Unfälle.

Besonders gefährliche Tätigkeiten und Gefahrenstellen

Alleine fast 3.600 Arbeitsunfälle sind auf rutschige Böden zurückzuführen. Knapp 3.800 Personen verunfallten auf einer Treppe und 2.800 im Zusammenhang bei Arbeiten mit einer Leiter oder Trittleiter. Mehr als 5.500 Arbeitsunfälle ereigneten sich beim Umgang mit Messer oder Cutter, fast 2.100 bei Tätigkeiten mit Nadeln oder Spritzen und 1.300 beim Arbeiten mit Hammer oder Steinschlägel. 1.400 Personen verunfallten bei Arbeiten mit einem Trenn- beziehungsweise Winkelschleifer.

Übrigens: Auch wenn nach einem Arbeits- oder Wegunfall ein Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung besteht, reichen diese nicht immer aus, um die aufgrund eines dauerhaften Gesundheitsschadens anfallenden Kosten und entstehenden Einkommenslücken auszugleichen. Zudem gibt es die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung auch nur, wenn es sich um einen Arbeits- oder Wegeunfall gehandelt hat.

Unfälle in der Freizeit – und das sind die meisten Unfälle –, fallen nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Um einen fehlenden oder auch unzureichenden gesetzlichen Schutz abzudecken, bietet die private Versicherungswirtschaft jedoch zahlreiche Lösungen an. Beispielsweise greift eine private Unfallversicherung im Gegensatz zum gesetzlichen Unfallschutz weltweit und rund um die Uhr. Eine Einkommensabsicherung für den Fall, dass nach einem Unfall oder einer Krankheit dauerhaft kein Beruf mehr ausgeübt werden kann, ist mit einer privaten Berufsunfähigkeits-Versicherung möglich.


Damit der Rücken nicht schmerzt

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit. Lange sitzende Tätigkeiten, wenig Bewegung, Übergewicht und Fehlbelastungen können Gründe dafür sein. Bestimmte Verhaltensweisen beugen vor und helfen. mehr...

(kunid) Viele Menschen arbeiten heute im Büro und verbringen damit ihre Arbeitszeit im Sitzen – mit den entsprechenden negativen Folgen, denn das stundenlange Sitzen ist alles andere als rückenschonend. Es gibt jedoch Maßnahmen, wie sich Rückenleiden vermeiden oder auch lindern lassen.

Früher musste man sich auch im Büro zumindest noch ab und an bewegen, beispielsweise um eine Akte aus dem Archiv zu holen, Kopien anzufertigen oder um ein Fax zu verschicken. Heute ist dies anders, denn viele dieser Tätigkeiten funktionieren per Mausklick, ohne dass der Arbeitsplatz verlassen werden muss. Das ist zwar schnell und bequem, aber alles andere als gesund, denn der menschliche Körper braucht Bewegung. Erschwerend kommen beispielsweise ungeeignete Sitzmöbel, eine falsche Sitzposition oder ein nicht ergonomisch eingerichteter Arbeitsplatz hinzu.

Mehr als 24 Prozent der Bürger gaben bei einer repräsentativen Umfrage des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen an, dass sie unter chronischen Kreuzschmerzen oder einer anderem Rückenerkrankung leiden. Nach Aussagen der Allgemeinen Unfallversicherungs-Anstalt (AUVA) liegt dies oftmals auch an unergonomischen Arbeitsbedingungen. Laut Gesundheitsexperten bieten zum Beispiel ergonomische Bürostühle eine Entlastung, besonders wichtig ist es jedoch auch, im Alltag jede Möglichkeit zur Bewegung zu nutzen.

Dynamisch sitzen

Sitzen und dennoch in Bewegung bleiben, das ist es, was unter dem Stichwort „dynamisches Sitzen“ zu verstehen ist. Denn es ist gerade das statische, starre Sitzen, das zu einer einseitigen, monotonen Belastung der Bandscheiben und zur Erschlaffung des gesamten Halteapparates führt – von Müdigkeit, mangelnder Konzentrationsfähigkeit und einem zu geringen Sauerstoffgehalt im Blut ganz abgesehen.

Deshalb erlauben moderne Bürostühle und Sitzmöbel ein aktives Sitzen. Es sind häufige Positions- und Haltungswechsel sowie Bewegungen in unterschiedlichen Richtungen möglich. Durch diese Bewegung werden die Muskeln, also die Aufrichter und Stabilisatoren der Wirbelsäule, trainiert. Dies wiederum kann Rückenschmerzen vorbeugen.

Experten raten, möglichst häufig die Sitzhaltung zu wechseln und Tätigkeiten, bei denen dies möglich ist, im Stehen oder Gehen durchzuführen. So lassen sich beispielsweise mit einem schnurlosen Gerät auch Telefonate im Gehen durchführen, aber selbst neben einem kabelgebundenen Telefon kann man stehen, während man spricht. Sinnvoll ist auch ein Stehpult, um für Abwechslung zu sorgen. Außerdem sind kleine Lockerungsübungen während der Arbeitszeit sowie Sport, Bewegung und Aktivität in der Freizeit ein probates Mittel, Rückenschmerzen vorzubeugen.

Psychische und psychosoziale Belastungen

Erstaunlicherweise haben Rückenschmerzen nicht nur etwas mit mangelnder Bewegung und einer schlechten Sitzposition zu tun. Untersuchungen zeigen, dass auch psychische und psychosoziale Belastungen wie Stress, berufliche Überlastung, Ärger im Privatleben und Ängste zu Rückenbeschwerden führen können.

Treffen körperliche und hohe psychischen Belastungen zusammen, ist das Risiko für Rückenbeschwerden besonders hoch. Informationen über die Ursachen von Rückenschmerzen, aber auch wie sie sich verhindern oder lindern lassen, enthält das öffentliche Gesundheitsportal des BMGF.

Welche Präventionsmaßnahmen sinnvoll sind, zeigen außerdem diverse kostenlos herunterladbare Merkblätter der AUVA, wie zum Beispiel „Ergonomie - Arbeitsplätze den Menschen anpassen“, „Bildschirmarbeitsplätze“ und „Heben und Tragen“. Übungen, um Rückenschmerzen vorzubeugen oder bestehende zu lindern, enthält unter anderem der Onlineauftritt der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR).


Unzufrieden als Kunde: Schlichtung statt Gerichtsstreit

Immer wieder kommt es vor, dass sich ein Konsument mit einem Händler oder Dienstleister über sein Recht streitet. Ein Gerichtsstreit kostet jedoch oftmals nicht nur viel Nerven, sondern auch Zeit und Geld. Es gibt aber auch noch andere Varianten, seine Ansprüche geltend zu machen. mehr...

(kunid) Wer sich als Konsument über einen Vertragspartner ärgert und mit ihm keine Einigung im Streitfall erreicht, kann versuchen, sein Recht mithilfe eines Rechtsanwaltes und einer Gerichtsklage durchzusetzen. Doch die Anwalts- und Gerichtskosten sind oftmals hoch. Alternativ gibt es seit einiger Zeit Schlichtungsstellen, die eine kostenlose und unbürokratische Hilfe für Verbraucher bieten, um Konflikte mit Händler oder Dienstleister zu regeln.

Es gibt schon länger eine EU-Richtlinie des Europäischen Parlaments, nach der es in jedem EU-Land für Streitigkeiten zwischen Kunden und Unternehmern statt einer Gerichtsklage auch andere Möglichkeiten gibt, damit ein Konsument sein Recht einfordern kann.

Für fast alle Streitigkeiten bezüglich Verbraucherverträgen mit österreichischen Unternehmen wurden hierzulande entsprechende staatlich anerkannte Streitbeilegungsstellen für eine außergerichtliche Schlichtung, auch AS-Stellen (Alternative Streitbeilegungsstellen) genannt, eingerichtet. Grundlage dafür ist hierzulande das sogenannte Alternative-Streitbeilegung-Gesetz (AStG).

Schlichtung ist für den Verbraucher kostenlos

Wer als Kunde Ärger wegen einer bestellten oder bereits gelieferten Ware, Arbeit eines Handwerkers oder sonstigen in einem Kauf- oder Dienstleistungsvertrag zugesicherten Leistung einer Firma hat, kann also statt mit einer Gerichtsklage sein Verbraucherrecht über eine AS-Stelle einfordern.

Ein solches Schlichtungsverfahren vor einem unparteiischen und unabhängigen Schlichter wird laut Bundeskanzleramt, „in der Regel kostenfrei, rasch (innerhalb von 90 Tagen) sowie vertraulich abgewickelt werden“. Das Schlichtungsverfahren bei AS-Stellen ist normalerweise gebührenbefreit, außer es werden Kosten gesetzlich oder in den Verfahrensregeln der jeweiligen Schlichtungsstelle vorgeschrieben. Diese Kosten dürfen jedoch für Verbraucher nur geringfügig sein.

Eigene anfallende Kosten für Porto, Fahrtkosten oder auch, wenn man sich von einem Rechtsanwalt vertreten lässt, was bei einer Schlichtung vor einer AS-Stelle jedoch nicht vorgeschrieben ist, hat die jeweilige Streitpartei selbst zu tragen. Ist der Verbraucher mit dem Schlichtungsergebnis nicht einverstanden, kann er immer noch gegen das betreffende Unternehmen gerichtlich vorgehen.

Zahlreiche Schlichtungsstellen

Nachfolgend gibt es hierzulande folgende acht außergerichtliche Streitschlichtungs-Stellen (AS-Stellen):

Darüber hinaus gibt es auch die Online-Streitbeilegungs-Plattform der Europäischen Kommission für Streitigkeiten aus Onlineverträgen, die Verbraucher mit einer Firma aus einem EU-Mitgliedstaat über das Internet abgeschlossen haben.

Keine AS-Stellen gibt es für Streitigkeiten über Gesundheitsdienst-Leistungen zum Beispiel Streit mit Ärzten, für Streitigkeiten mit öffentlichen Anbietern von Weiter- oder Hochschulausbildung und für Streitigkeiten über Immobilienkaufverträge, da das AStG für diese Bereiche nicht gilt.

Unverbindlich, aber sinnvoll

Eine Schlichtungsstelle kann eine Schlichtung nur aus bestimmten Gründen verweigern, wenn dies gesetzlich oder in der Verfahrensordnung vorgeschrieben ist. Darunter fallen Streitigkeiten,

  • die bereits vor Gericht oder einer anderen Verbraucher-Schlichtungsstelle behandelt werden,
  • für die vorab keine Einigung mit dem betreffenden Unternehmen versucht wurde,
  • deren Streitwert niedriger oder höher ist, als die von der zuständigen AS-Stelle vorgegebenen Mindest- oder Höchstgrenzwerte oder
  • die seit der Beschwerde beim betreffenden Unternehmen länger als ein Jahr zurückliegen.

Derzeit ist die Teilnahme an den Streitbeilegungs-Verfahren und die Umsetzung einer Schlichterempfehlung für die meisten Unternehmer noch freiwillig, außer sie sind bereits per Gesetz, Satzung oder sonstige vertragliche Vereinbarungen dazu verpflichtet. Warum es für den Konsumenten dennoch sinnvoll sein kann, ein Schlichtungsverfahren anzustoßen, bevor man sich gerichtlich auseinandersetzt, erklärt das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) im Konsumentenportal.

Hier ist zu lesen: „Auch wenn das Unternehmen einer Empfehlung der Schlichtungsstelle nicht folgen sollte, bietet das Verfahren oft die Chance, zu einer fachlichen Einschätzung der Lage zu kommen, die auch für ein allfälliges Gerichtsverfahren nützlich sein kann. Daher sollte man auf die Einschaltung einer Schlichtungsstelle nur dann verzichten, wenn das Unternehmen definitiv nicht an einer außergerichtlichen Lösung interessiert ist und auch keine vor Gericht verwertbaren Ergebnisse des Schlichtungsverfahrens zum Beispiel ein Sachverständigen-Gutachten erwartet werden können.“

Kostenschutz für alle Fälle

Um ein Streitschlichtungs-Verfahren anzustoßen, muss sich der Verbraucher zuerst an die Schlichtungsstelle wenden. Wurde jedoch bereits ein Gerichtsverfahren gegen einen Unternehmer angestrengt, ist in der Regel der für den Verbraucher kostenlose Schlichtungsweg über eine Schlichtungsstelle im Nachhinein nicht mehr möglich. Wer jedoch zuerst eine Streitbeilegung über die Schlichtungsstelle versucht und mit dem Ergebnis nicht zufrieden ist, kann immer noch mithilfe einer Gerichtsklage versuchen, seine Forderungen oder sein Recht durchzusetzen.

Das Kostenrisiko eines Gerichtsstreits lässt sich mit einer bestehenden, passenden Privatrechtsschutz-Polizze umgehen, wenn ein entsprechender Vertragsrechtsschutz vereinbart ist. Der Rechtsschutzversicherer übernimmt zum Beispiel die Prozesskosten für zahlreiche Vertragsstreitigkeiten aus Verbraucherverträgen des täglichen Lebens wie aus Kaufverträgen für Möbel oder Elektrogeräte, wenn der Versicherer vorab eine Leistungszusage gegeben hat.

Weitere Details zur Verbraucherschlichtung enthalten das Bürgerportal des Bundeskanzleramtes (www.help.gv.at) und das Konsumentenportal des BMASK (www.konsumentenfragen.at), sowie die herunterladbare Broschüre „Miteinander statt gegeneinander – der Weg zur Schlichtung“ des BMASK.


Club der über 80-Jährigen wächst massiv an

Eine Analyse der neuesten Bevölkerungsdaten der Vereinten Nationen zeigt, wie groß der Anteil der hochbetagten Senioren in Österreich im internationalen Vergleich in der Vergangenheit war und in der Zukunft voraussichtlich sein wird. Diese Entwicklung hat auch für den Einzelnen Folgen. mehr...

(kunid) Zwischen 1990 und 2015 hat sich die Anzahl der Senioren ab 80 Jahren weltweit mehr als verdoppelt. 2015 waren 1,7 Prozent der Bevölkerung hochbetagt. 2040 werden es dann sogar schon 3,3 Prozent sein, so eine Analyse auf Basis von Daten der Vereinten Nationen. In Österreich war der Anteil der Hochbetagten im Vergleich zur Gesamtbevölkerung sogar fast dreimal so hoch. Gleiches gilt voraussichtlich für das Jahr 2040. Für den Einzelnen spielt unter anderem die gestiegene Lebenserwartung, die eine Ursache der genannten Entwicklung ist, auch für die eigene finanzielle Absicherung im Alter eine wichtige Rolle.

Die Lebenserwartung in Österreich hat sich in den vergangenen Jahren kräftig erhöht. Die Lebenserwartung der Männer des Geburtsjahres 1970 lag bei Geburt bei 66,5 Jahren und die der Frauen des gleichen Geburtsjahres bei 73,4 Jahren. Für den Geburtsjahrgang 2016 betrug die Lebenserwartung nach den Daten der Statistik Austria bei den Jungen bereits 79,1 Jahre und bei den Mädchen sogar fast 84,0 Jahre.

Die fernere Lebenserwartung von 1970 geborenen Männern beträgt, wenn sie 60 Jahre alt sind, 14,9 Jahre. Bei den 2016 geborenen Jungen sind es, wenn sie das 60. Lebensjahr erreichen, dann bereits 22,2 Jahre. Bei den 1970 geborenen Frauen liegt die fernere Lebenserwartung einer dann 60-Jährigen bei 18,8 Jahren, bei einem 2016 geborenen Mädchen, werden es im Alter von 60 Jahren bereits 25,9 Jahre sein.

126 Millionen Erdbewohner gehörten 2015 zu den über 80-Jährigen

Die vom deutschen Versichererverband, dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) vor einigen Jahren ins Leben gerufene Initiative „7 Jahre länger“ greift regelmäßig das Thema der steigenden Lebenserwartung auf. Vor Kurzem hat die Initiative auf Basis der jüngsten Bevölkerungszahlen der Vereinten Nationen (UN) eine Statistik zur Zahl und zum Anteil der über 80-Jährigen an der Bevölkerung veröffentlicht. Demnach hat sich deren Anzahl von 1990 bis 2015 weltweit auf 126 Millionen Menschen mehr als verdoppelt.

Der Anteil der ab 80-jährigen Senioren an der Weltbevölkerung hat sich in diesem Zeitraum von 1,0 auf 1,7 Prozent erhöht. In Japan war der Anteil der Hochbetagten an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2015 mit 7,6 Prozent am größten. Dahinter folgen Italien, Griechenland, Spanien, Frankreich und Portugal mit einem Anteil von jeweils über sechs Prozent. Rang sieben belegt Deutschland mit einem Anteil von 5,7 Prozent. Österreich, Estland und Schweiz folgen an zwölfter bis 14. Stelle mit glatt fünf Prozent, das heißt, jeder 20. Bürger dieser Länder war 80 Jahre alt oder älter.

Wie die Initiative weiter mitteilte, hat sich die Zahl der Hochbetagten in allen rund 200 untersuchten Ländern erhöht. In Österreich gab es auf 25-Jahres-Sicht einen Zuwachs um über 58 Prozent auf knapp 440.000 über 80-Jährige. Unter den 20 Ländern mit den höchsten Bevölkerungsanteilen 80plus, die übrigens bis auf Japan alle in Europa liegen, war dies die fünftniedrigste Steigerungsrate, wie aus den Daten für 2015 weiter hervorgeht. Mehr als verdreifacht hat sich die Zahl der Hochbetagten in Japan. Die niedrigste Zuwachsrate gab es in Lettland mit lediglich gut einem Drittel.

Prognose: 2040 wird jeder zwölfte Bürger mindestens 80 Jahre sein

Auch in den kommenden Jahren wird die Zahl der ab 80-Jährigen in drei von vier Ländern weiter steigen. 2040 wird es weltweit rund 304 Millionen Hochbetagte geben (plus 141,3 Prozent im Vergleich zu 2015). Dann wird diese Altersgruppe die verhältnismäßig größte Gruppe in den Industriestaaten bilden, teilte die Initiative unter Berufung auf die Berechnungen der Vereinten Nationen weiter mit. Dabei wird sich die Anzahl der Hochbetagten in den Niederlanden, in Finnland, in der Schweiz sowie in Slowenien jeweils mehr als verdoppeln.

Vergleichsweise niedrig sind der UN-Prognose zufolge die Zuwachsraten in Litauen, Lettland und Bulgarien mit jeweils knapp einem Drittel. Die Steigerungsrate für Österreich wird mit 88 Prozent prognostiziert. Damit wären 823.000 Bürger, also 9,2 Prozent beziehungsweise jeder zwölfte Bundesbürger, 80 Jahre oder älter. Der höchste Anteil an Hochbetagten im Jahr 2040 wird für Japan prognostiziert mit 13,6 Prozent – das wären etwa knapp 15,7 Millionen Bürger. Auf Anteile zwischen 10,2 und 11,4 Prozent kommen Slowenien, Spanien, Portugal und Italien.

Ein Anteil von jeweils 9,9 Prozent werden für Deutschland und Frankreich und jeweils 9,8 Prozent für Finnland und Griechenland vorausgesagt. Wie aus der Prognose der Vereinten Nationen weiter hervorgeht, werden 2040 auch Kanada, die Niederlande, Taiwan, Polen, Singapur, Malta und Südkorea zu den Nationen mit einem besonders hohen Anteil sehr alter Menschen, nämlich zwischen 9,1 Prozent bis 9,7 Prozent, gehören.

Individuelle Konsequenzen

Doch was bedeutet eine immer älter werdende Bevölkerung, unter anderem aufgrund der steigenden Lebenserwartung, für den Einzelnen? Wer länger lebt, braucht länger Geld, um sorgenfrei den eigenen Ruhestand genießen zu können und nicht zum Sozialhilfefall zu werden. Deshalb wird eine finanzielle Absicherung für das Pensionsalter wichtig, da die gesetzliche Pensionshöhe unter dem bisherigen Erwerbseinkommen liegt.

Wichtig ist zudem eine Pflegeabsicherung. Denn das Risiko ein Pflegefall zu werden, steigt mit zunehmendem Alter überproportional an, wie Statistiken belegen. Die gesetzliche Pflegeabsicherung durch das Bundespflegegeld bietet jedoch nur eine Grundversorgung.

Die Mehrkosten haben der Pflegebedürftige und unter Umständen auch sein Ehepartner zu tragen. Wer sich und seine Angehörigen im Falle einer Pflegebedürftigkeit finanziell abgesichert sehen möchte, der kann mithilfe privater Pflegeversicherungs-Polizzen entsprechend vorsorgen.


Ein Ertragsplus der Pensionskassen im zweiten Quartal

Wie sich Performance und verwaltetes Vermögen verändert haben, zeigt ein neuer Bericht der Finanzmarktaufsicht. mehr...

(kunid) Die Veranlagungs-Performance ist im Vergleich zum ersten Quartal zurückgegangen und erreichte 1,1 Prozent. Auf einen neuen Höchstwert gestiegen ist dagegen das verwaltete Vermögen, das nun ein Volumen von 21,65 Milliarden Euro aufweist. Auch die Anzahl der im Pensionskassensystem erfassten Personen ist gestiegen, sie liegt bei rund 915.000.

Die Veranlagungs-Performance der elf österreichischen Pensionskassen betrug im zweiten Quartal insgesamt 1,1 Prozent. Dies geht aus dem kürzlich von der Finanzmarktaufsicht (FMA) veröffentlichten Quartalsbericht zum Geschäftsverlauf der Pensionskassen hervor.

Im ersten Quartal belief sich die Performance auf 2,2 Prozent, im Gesamtjahr 2016 waren es 4,2 Prozent gewesen. Langfristig, das heißt im Schnitt der letzten zehn Jahre, erwirtschafteten die Pensionskassen 2,8 Prozent pro Jahr.

Neuer Höchstwert: 21,65 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen

Mit Ausnahme des Monats Juni, in dem die Performance bei rund minus 0,2 Prozent lag, war sie in den anderen Monaten des ersten Halbjahres positiv. Stärkster Monat war der Februar mit circa 1,3 Prozent. Gliedert man nach Art der Pensionskassen, so schloss der überbetriebliche Sektor höher ab: Die durchschnittliche Performance erreichte 1,2 Prozent; im betrieblichen Sektor waren es 0,2 Prozent. Das verwaltete Vermögen setzte sein – seit 1990 nahezu kontinuierliches – Wachstum im zweiten Quartal abermals fort und erreichte mit 21,65 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert.

Davon entfallen knapp 1,99 Milliarden Euro auf die fünf betrieblichen Pensionskassen und fast 19,66 Milliarden Euro auf die sechs überbetrieblichen Pensionskassen. Zum Ende des Quartals war das Gesamtvermögen zu 96,2 Prozent in Anteilen an Investmentfonds investiert. „Durchgerechnet in Veranlagungsklassen machten Schuldverschreibungen mit 40 Prozent den größten Anteil aus, gefolgt von Aktien mit 32,82 Prozent und Guthaben bei Kreditinstituten mit 12,77 Prozent“, so die FMA. Der Rest entfiel auf Immobilien, Darlehen und Kredite sowie sonstige Vermögenswerte.

Das Vermögen war laut FMA nach Währungsabsicherungs-Geschäften zu 21,9 Prozent in ausländischer Währung veranlagt. Aktuell sind im Pensionskassensystem rund 915.000 Anwartschafts- und Leistungsberechtigte erfasst – im Vergleich zum ersten Quartal ein Plus von 0,4 Prozent. Etwa ein Zehntel von ihnen bezog eine Pensionsleistung.


Ernst Krusch  |  Versicherungsmakler & staatlich geprüfter Vermögensberater
Anton Kleinoschegstraße 58d/2, 8051 GRAZ  |  office@ernstkrusch.at  |  Tel.: 0664/2107840  |  Fax: 0316/226974