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Was Menschen in die Überschuldung führt

Ein neuer „Schuldenreport“ der Dachorganisation staatlich anerkannter Schuldenberatungen identifiziert fünf Hauptursachen, die für ein Abrutschen in finanzielle Notlagen verantwortlich sind. mehr...

(kunid) Arbeitslosigkeit, eine Verschlechterung des Einkommens und gescheiterte Selbstständigkeit gehören zu den häufigsten Ursachen für Schuldenprobleme. Dies geht aus dem „Schuldenreport 2017“ der ASB-Schuldnerberatungen, einer Dachorganisation staatlich anerkannter Schuldenberatungen hervor.

58.991 Personen erhielten 2016 Unterstützung von einer der zehn unter dem Dach der ASB Schuldnerberatungen GmbH zusammengeschlossenen Schuldnerberatungen. Dies geht aus dem kürzlich veröffentlichten „Schuldenreport“ der Dachorganisation der staatlich anerkannten Schuldenberatungen in Österreich hervor.

Schulden müssen nicht notwendigerweise zu Schuldenproblemen werden, betont die ASB. Sie können es aber – „wenn die Finanzplanung schlecht durchdacht ist oder unvorhergesehene Ereignisse wie Arbeitsplatzverlust, Krankheit oder Scheidung, Einkommenseinbußen beziehungsweise zusätzliche Ausgaben die finanzielle Situation verschlechtern“.

Berufliche Schwierigkeiten sind Hauptgründe

Der häufigste Grund für Überschuldung war – mit 36,6 Prozent der Erstberatungen im Jahr 2016 – Arbeitslosigkeit oder Einkommens-Verschlechterung, beispielsweise durch Kurzarbeit oder Wegfall von Überstunden oder Partnereinkommen.

Gescheiterte Selbstständigkeit folgt an zweiter Stelle (21,4 Prozent). Der Report spricht hier von einem deutlichen Geschlechterunterschied: Während sie von 25,8 Prozent der Männer als Überschuldungsgrund angeführt worden sei, sei dies nur bei 14,9 Prozent der Frauen der Fall gewesen.

Mangelhafter oder ungeplanter Umgang mit Geld, falsches Konsumverhalten oder inadäquate Planung des Haushaltsbudgets waren in 17,9 Prozent der Fälle Ursachen der Überschuldung. Bei 13,6 Prozent führten Scheidung oder Trennung zu Finanzproblemen, wobei hier Frauen (16,3 Prozent) öfter betroffen waren als Männer (11,8 Prozent). Wohnraumbeschaffung einschließlich Wohnraumausstattung ließen in jedem zehnten Fall (10,5 Prozent) finanzielle Schwierigkeiten entstehen.

Oft ein Zusammenwirken mehrerer Faktoren

Sehr oft gebe es aber nicht „den einen“ Grund für Überschuldung, sondern ein ungünstiges Zusammenwirken mehrerer Faktoren, hebt die ASB hervor.

Zu den weiteren Gründen für Überschuldung, die bei den Erstberatungen erhoben wurden, zählen persönliche Härtefälle wie Tod des Partners oder Erwerbsunfähigkeit durch einen Unfall. Aber auch Sucht und Krankheit, ein noch zu einkommensstarken Zeiten eingegangener Autokauf durch Finanzierung oder Leasing oder bereits bestehende hohe Lebenshaltungskosten, zum Beispiel durch noch laufende Kredite.

Am häufigsten schlägt Überschuldung im mittleren Alter zu: 26,8 Prozent der Betroffenen sind 31 bis 40 Jahre alt, 24,6 Prozent sind 41 bis 50. Ein gutes weiteres Fünftel (22,2 Prozent) ist zwischen 21 und 30 Jahre alt.

Durchschnittlich mit 60.246 Euro verschuldet

Gemessen an der Gesamtbevölkerung haben Klienten der Schuldenberatungen „monatlich mit 1.119 Euro (im Median) deutlich weniger Einkommen zur Verfügung“, heißt es im Bericht weiter. Bei 29,3 Prozent der Klienten waren es weniger als 882 Euro. „Unselbstständig erwerbstätige Personen, wenn Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigte zusammen betrachtet werden, verdienten in Österreich im Jahr 2015 im Mittel (Median) 1.877 Euro netto im Monat“, stellt die ASB einen Vergleich her.

Die Höhe der Schulden der Erstberatenen lag im Schnitt bei 60.246 Euro. In die Berechnung einbezogen sind hier lediglich Schuldenhöhen von 1.000 bis maximal 700.000 Euro, um statistische „Ausreißer“ zu vermeiden. Bezöge man Letztere mit ein, so läge die Verschuldung im Schnitt bei 69.967 Euro. Zwei Drittel aller Klienten (67,4 Prozent) haben höchstens 50.000 Euro Schulden. Mehr als 100.000 Euro sind es bei 15,3 Prozent.

Betrachtet man wieder die Altersklassen, so ist die Verschuldung bei den Älteren deutlich höher. Über-51-Jährige sind im Schnitt mit 84.076 Euro verschuldet, während 31- bis 50-Jährige einen Mittelwert von 63.584 Euro aufweisen. In der Gruppe „bis 30 Jahre“ sind es durchschnittlich 27.436 Euro. Greift man die Gruppe der ehemals Selbstständigen heraus, so zeigt sich hier eine wesentlich höhere durchschnittliche Verschuldung als in der Gesamtheit: Sie beläuft sich auf 110.890 Euro.

Damit die finanzielle Krise kein Dauerzustand wird

Wem eine Überschuldung droht oder wer bereits überschuldet ist, kann sich bei staatlich anerkannten Schuldenberatungen, zu finden unter www.schuldenberatung.at, informieren, wie er sich im Einzelnen verhalten sollte, um möglichst schnell aus der finanziellen Krise zu kommen. Die genannte Webadresse enthält zudem hilfreiche Ratschläge und Broschüren für Schuldner.

Das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz bietet eine 131-seitige Broschüre mit dem Titel „Ausweg gesucht“ aus dem Jahr 2014 an. Die kostenlos herunterladbare Broschüre enthält umfassende Tipps, wie man eine Überschuldung vermeidet beziehungsweise was man tun kann, um aus einer finanziellen Krise zu kommen.

Unter anderem wird hier auch die bisherige Vorgehensweise eines Privatkonkurses beschrieben. Aktuell gibt es zum Privatkonkurs jedoch eine Reform, die zum 1. Juli 2017 in Kraft treten soll. Die voraussichtlichen Änderungen erklärt der Flyer „Privatkonkurs-Reform“ der ASB.

Finanzielle Sicherheit auch in schwierigen Situationen

Die Versicherungswirtschaft bietet im Übrigen gegen diverse Armutsfallen wie Krankheit, Unfall oder Tod des Partners Lösungen an, welche die finanziellen Folgen solcher Ereignisse absichern.

Im Falle einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit müssen zum Beispiel Erwerbstätige mit einem auf Dauer gesehen erheblich niedrigeren Einkommen rechnen. Mit einer Erwerbs- oder auch Berufsunfähigkeits-Polizze lässt sich dieses Risiko abfedern. Auch andere Versicherungslösungen wie eine private Pflegeversicherung und/oder eine Unfallversicherung könnten im Fall des Falles ein finanzielles Desaster verhindern.

Der Einzelne kann sich zudem mithilfe einer Lebens- und/oder einer Rentenversicherung ein finanzielles Polster für Notfälle und/oder für das Alter zulegen. Hauptverdiener können mit einer Ablebens-Versicherung auf günstige Art sicherstellen, dass der Ehepartner und die Kinder auch nach dem eigenen Tod finanziell abgesichert bleiben. Ein Versicherungsexperte berät auf Wunsch, was im Einzelfall sinnvoll ist.


Unterschätzte Risiken beim Motorradfahren

Eine aktuelle Umfrage unter Motorrad-, Moped- und Mofafahrern zeigt, dass deren Einschätzung, welche Fahrfehler oder sonstigen Risiken am häufigsten zu Unfällen führen, nicht immer mit der Realität übereinstimmt. mehr...

(kunid) Motorradfahrer sind sich so einigen gefährlichen Risiken, die häufig zu Unfällen führen, zu wenig bewusst – umgekehrt fürchten sich Biker oft vor Unfallsituationen, die tatsächlich kaum vorkommen. Dies ergab eine vor Kurzem veröffentlichte Umfrage unter rund 4.000 Kraftradfahrern.

8.509 Personen, die mit einspurigen Kraftfahrzeugen gefahren oder mitgefahren sind, wurden 2015 bei Kraftradunfällen verletzt oder getötet. Im Detail waren es 3.098 Verletzte und 64 Getötete bei Motorradunfällen, 1.121 Verletzte und 19 tödlich Verunglückte bei Unfällen mit Leicht- und Kleinmotorrädern sowie 4.200 Verletzte oder sieben Getötete bei Moped- oder Mofaunfällen, wie aus Daten der Statistik Austria hervorgeht.

Ein Kfz-Versicherer hat nun zusammen mit dem Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touringclub (ÖAMTC) 4.045 Motorradfahrer zu Gefahrenmomenten im Zusammenhang mit dem Motorrad befragt. Ein Ziel war es herausfinden, ob die Gefahreneinschätzung der Bikefahrer mit den Daten der Unfallstatistik übereinstimmen.

Hohes Unfallrisiko durch überhöhte Geschwindigkeit

Geht es darum, was nach Ansicht der Befragten am häufigsten zum Unfall führt, so denken diese im Besonderen an die falsche Wahl der Geschwindigkeit. In diesem Punkt liegen die Motorradfahrer mit ihrer Einschätzung nach bei der Wirklichkeit, da überhöhtes Tempo eine der bedeutendsten Unfallursachen ist. Doch die anderen Umfrageergebnisse weisen auch auf zahlreiche Diskrepanzen zwischen den Ansichten der Kraftradfahrer und der Realität hin.

„Gefährliche Situationen, die laut Statistik sehr häufig zu Unfällen führen, sind zu wenig im Bewusstsein der Biker. Umgekehrt fürchten sie sich aber vor Unfallsituationen, die tatsächlich kaum vorkommen“, so ÖAMTC-Verbandsdirektor Oliver Schmerold.

So werden zwar zum einen das Wechseln des Fahrstreifens nach links, zum anderen haltende oder parkende Fahrzeuge beziehungsweise offene Wagentüren, mit denen man kollidieren könnte, besonders häufig als gefährlich eingestuft. Tatsächlich aber gehe den Daten zufolge jedoch nur ein relativ geringer Teil der tatsächlichen Unfälle auf diese beiden Risiken zurück.

Verkannte Gefahren

Unterschätzt wird laut Analyse dagegen die Gefahr von Kreuzungsunfällen im Ortsgebiet. Nur ein Viertel glaubt nämlich, dass Kreuzungskollisionen sehr gefährlich sind – obwohl im Ortsgebiet mehr als jeder dritte Unfall an einer Kreuzung passiere. Insbesondere Kraftradfahrer, die häufig innerorts unterwegs sind, würden dieses Risiko unterschätzen, wie die Befragung ergab.

Die als viel größer eingeschätzte Gefahr sich plötzlich öffnender Autotüren führe dagegen in Wirklichkeit nur sehr selten zu Unfällen, so die Studienautoren. Die gegensätzliche Risikoeinschätzung könnte sich laut Experten wie folgt erklären: Je gefährlicher bestimmte Fahrweisen oder Situationen in der Wahrnehmung erscheinen, umso mehr achten Kraftradfahrer darauf, dass es nicht zum Unfall kommt.

Die Studienauftraggeber stellen außerdem fest: Während im Ortsgebiet meistens auch andere Verkehrsteilnehmer an Motorradunfällen beteiligt seien, verunfalle im Freiland jeder zweite Fahrer ohne Fremdeinwirkung. Vor allem in Kurven komme es sehr häufig zu Stürzen – und wegen der hohen Geschwindigkeiten auch zu Todesopfern. Zwei Drittel der Befragten sind übrigens hauptsächlich im Freiland unterwegs, zwölf Prozent im Stadtgebiet, der Rest sowohl als auch.

Jeder Zweite ist mindestens einmal gestürzt oder verunfallt

Die Hälfte gibt an, bisher keinen Sturz oder Unfall erlitten zu haben. 34 Prozent ist das bereits einmal passiert, 16 Prozent schon mehr als einmal. Letzteres könnte in manchen Fällen auch damit zu tun haben, dass es an Routine fehlt. 37 Prozent sitzen nämlich nur selten auf ihrem Motorrad, Moped oder Mofa, ein Drittel ist ein bis zwei Mal pro Woche damit unterwegs.

Lediglich ein Viertel fährt (fast) täglich damit. Zwei Drittel der Befragten sind älter als 50 Jahre; ebenfalls zwei Drittel haben den Führerschein zwar bereits seit über 20 Jahren, doch nur ein Drittel davon ist über 20 Saisonen aktiv gefahren.

Fast vier Fünftel (78 Prozent) gaben an, dass das Kraftrad für sie ein Freizeitvergnügen ist, für die restlichen 22 Prozent ist es (auch) ein „Alltagsgegenstand“. Übrigens: Sicherheitstrainings, wie sie zum Beispiel von Automobilclubs wie ARBÖ und ÖAMTC, aber auch von anderen Stellen wie Fahrschulen angeboten werden, helfen Bikern, einen sicheren Fahrstil zu erlernen, und in gefährlichen Situationen richtig zu reagieren.


Längere Lebenserwartung im Pensionsalter

Wer heute 65 Jahre alt ist, hat statistisch gesehen eine längere Lebenserwartung als ein 65-Jähriger vor fünf, zehn oder dreißig Jahren. Experten erwarten, dass die Lebenserwartung noch weitersteigen wird. Warum diese Entwicklung bei der Pensionsabsicherung eine wichtige Rolle spielt. mehr...

(kunid) Nach den aktuellen Daten der Statistik Austria steigt die sogenannte fernere Lebenserwartung, das ist die statistische Lebenserwartung, die beispielsweise ein 65-Jähriger noch hat, seit Jahren weiter an. Damit steigt letztendlich auch die durchschnittliche Pensionsbezugsdauer des Einzelnen. Dies sollte man berücksichtigen, wenn es um die Planung für eine ausreichende Altersvorsorge geht.

Laut den aktuellen Daten der Statistik Austria hatte ein in Österreich lebender 65-jähriger Mann in 2015 noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von 17,92 Jahren. Bei den aktuell 65-jährigen Frauen lag die statistische Lebenserwartung in dem Berichtsjahr bei rund 21,19 Jahren. Noch fünf Jahre zuvor, also 2010, betrug die ferne Lebenserwartung eines 65-jährigen Mannes 17,68 Jahre und die einer 65-Jährigen Frau 21,02 Jahre.

2005 lag die statistische Lebenserwartung bei 65-jährigen Männern nur bei 16,94 Jahren und die der Frauen dieses Alters bei 20,30 Jahren. 1985 betrug die ferne Lebenserwartung bei 65-jährigen Männern sogar nur 13,53 Jahre und bei Frauen nur 16,90 Jahre. Das heißt, in den letzten 30 Jahren ist die statistische Lebenserwartung eines 65-jährigen Mannes um 4,39 Jahre und die einer 65-jährigen Frau um 4,29 Jahre gestiegen.

Längere Lebenserwartung und längere Pensionsbezugsdauer

Dies wirkt sich auch auf die Pensionsbezugsdauer aus. Denn wer länger lebt, kann auch mit einer längeren Pensionsdauer rechnen und braucht länger ein entsprechendes Alterseinkommen, um den eigenen Ruhestand sorgenfrei genießen zu können. Dies zeigen auch die Daten der Pensionsversicherungs-Anstalt: Während 2010 Männer noch durchschnittlich 17,9 Jahre und Frauen 23,3 Jahre eine Alterspension bezogen, betrug 2015 die Pensionsbezugsdauer bei den Männern im Durchschnitt bereits 20,2 Jahre und bei den Frauen 25,1 Jahre.

Das heißt, alleine von 2010 auf 2015 ist die durchschnittliche Pensionsbezugsdauer bei Männern um 2,3 Jahre und bei Frauen um 1,8 Jahre angestiegen. Mit steigendem Alter nimmt statistisch aber auch die Wahrscheinlichkeit zu, ein Pflegefall zu werden.

Für den Einzelnen ist es daher wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für das Alter sowie für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit zu denken. Die gesetzlichen Absicherungen durch die Pension und/oder gesetzliche Pflegeversicherung reichen nämlich häufig nicht aus, um den Lebensstandard zu halten. Selbst wer derzeit keinen finanziellen Spielraum dafür sieht, erfährt durch die Beratung eines Versicherungsfachmanns oftmals von Absicherungslösungen, teils sogar mit staatlicher Förderung, auf die er ohne eine gründliche Analyse nicht gekommen wäre.


Zahl der Pflegegeldbezieher steigt weiter

Aktuelle Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungs-Träger und der EU-Kommission belegen, dass immer mehr Bürger hierzulande pflegebedürftig sind beziehungsweise werden und entsprechende Hilfen in Anspruch nehmen müssen. mehr...

(kunid) Die Anzahl der Bürger, die hierzulande pflegebedürftig sind und ein Pflegegeld beziehen, ist mit Jahresende 2016 um knapp mehr als ein Prozent auf 450.967 gestiegen. Die Ausgaben waren mit (voraussichtlich) 2,33 Milliarden Euro ebenfalls höher als im Vorjahr. Und auch in Zukunft ist nach einer Analyse der EU-Kommission sowohl bei der Anzahl der Pflegebedürftigen wie auch der Pflegekosten mit einem Anstieg zu rechnen.

Zum Jahresende 2016 bezogen österreichweit 450.967 pflegebedürftige Personen ein staatliches Bundespflegegeld. Gegenüber Ende 2015 ist das eine Zunahme um 1,12 Prozent. Dies geht aus neuen Daten des Hauptverbandes der Sozialversicherungs-Träger hervor.

Mit einem Anteil von 50,4 Prozent gehörte ziemlich genau die Hälfte der Pflegebedürftigen den Pflegestufen 1 oder 2 an. Ende 2015 waren es noch 51,3 Prozent. Dagegen erhielten 2016 6,5 Prozent aller Betroffenen ein Pflegegeld der höchsten Pflegestufen, nämlich der Pflegestufen 6 und 7. Im Vorjahr waren es noch 5,8 Prozent.

Höhere Lebenserwartung, aber weniger gesunde Lebensjahre als EU-weit

Das Thema Pflege wird auch künftig eine große Rolle spielen, wie aus einem aktuellen EU-Bericht, einer jährlichen Analyse der wirtschaftlichen und sozialen Lage der einzelnen Staaten der Europäischen Union (EU) der EU-Kommission, hervorgeht.

Denn die Lebenserwartung ist in Österreich im Vergleich zu anderen EU-Ländern überdurchschnittlich hoch. Sie liegt für Frauen bei 84, für Männer bei 79,1 Jahren und damit über dem EU-Mittelwert von 83,6 beziehungsweise 78,1 Jahren.

Zugleich liege aber die Zahl der gesunden Lebensjahre in Österreich deutlich unter dem EU-Schnitt: 57,8 Jahre für Frauen und 57,6 Jahre für Männer – gegenüber einem EU-Durchschnitt von 61,8 beziehungsweise 61,4 Jahren. „Diese Zahlen zeigen, dass Österreicher zwar länger leben als der EU-Durchschnitt, dafür aber tendenziell weniger Jahre bei guter Gesundheit sind“, so der Bericht. Das bedeutet, dass aufgrund der steigenden Alterung in der Bevölkerung hierzulande mit noch mehr Pflegebedürftigen gerechnet werden muss.

Zunahme des Pflegegeldaufwands

Die Ausgaben für den Bereich des Bundespflegegeld-Gesetzes beliefen sich 2016 nach vorläufigen Zahlen auf insgesamt 2.384 Millionen Euro. Sie sind damit um etwas mehr als zwei Prozent gewachsen (2015: 2.331 Millionen Euro). 97 Prozent entfielen auf Pflegegeld, eine Million Euro auf Sachleistungen. Verwaltungsaufwand und sonstige Ausgaben werden mit 35 beziehungsweise 36 Millionen Euro beziffert.

Laut EU-Bericht werden die Kosten für die Pflege vermutlich noch erheblich weitersteigen. In Bezug auf die Langzeitpflegekosten im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) liege Österreich zwar im EU-Durchschnitt.

Es sei jedoch eines der Länder mit dem höchsten prognostizierten Anstieg. Im EU-Bericht wird davon ausgegangen, dass sich die Kosten von 1,4 Prozent des BIP im Jahr 2013 auf 2,7 Prozent im Jahr 2060 verdoppeln werden – ein erwarteter Anstieg um 1,3 Prozentpunkte des BIP gegenüber 1,1 Prozentpunkten im EU-Durchschnitt.

Warum eine individuelle Pflegevorsorge wichtig ist

Nur wer voraussichtlich mindestens sechs Monate wegen eines körperlichen, geistigen oder psychischen Leidens dauerhaft mehr als 65 Stunden im Monat eine Betreuung oder Hilfe benötigt, hat Anspruch auf ein staatliches Bundespflegegeld. Die Höhe hängt vom Grad der Pflegebedürftigkeit, welche sich unter anderem nach dem zeitlichen Pflegebedarf richtet und in sieben Pflegestufen unterteilt ist, ab.

Konkret beträgt die Höhe des aktuellen monatlichen Pflegegeldes für Betroffene in der Pflegestufe 1 157,30 Euro, in Pflegestufe 2 290,00 Euro, in Pflegestufe 3 451,80 Euro, in Pflegestufe 4 677,60 Euro, in Pflegestufe 5 920,30 Euro, in Pflegestufe 6 1.285,20 Euro und in Pflegestufe 7 1.688,90 Euro. Allerdings übersteigen die Kosten für eine professionelle Pflegekraft oder gar eine Heimunterbringung die Werte des Pflegegeldes oftmals um ein Vielfaches.

Auch das Bundeskanzleramt weist im behördenübergreifenden Webauftritt www.help.gv.at darauf hin, dass die tatsächlichen Pflegekosten die Höhe des Pflegegeldes meist übersteigen. Wer daher sichergehen möchte, dass er im Falle der eigenen Pflegebedürftigkeit finanziell so abgesichert ist, dass er nicht Angehörigen zur Last fällt oder zum Sozialhilfefall wird, kann mit einer privaten Pflegezusatz-Versicherung entsprechend vorsorgen.


Jeder dritte Cyberangriff gelingt

Eine Umfrage unter 2.000 IT-Verantwortlichen aus Unternehmen in 15 Ländern belegt, dass zwischen dem Vertrauen in die Abwehrstrategie und dem Erfolg der Angreifer eine gefährliche Diskrepanz besteht. Eine offizielle Stelle bietet Opfern von Cyberkriminellen Erste-Hilfe-Tipps an. mehr...

(kunid) Die Mehrheit der Unternehmen hat ein hohes Vertrauen in ihre Sicherheitsstrategien, wenn es um die Abwehr von Cyberkriminellen geht, so das Ergebnis einer aktuellen Studie. Allerdings zeigte die Untersuchung auch, dass es im Durchschnitt monatlich zwei bis drei erfolgreiche Cyberattacken auf Unternehmen gibt. Ein guter Teil der Angriffe wurde allerdings gar nicht durch die IT-Sicherheitsteams selbst entdeckt. Neu ist das Erste-Hilfe-Angebot eines unter anderem vom Bundeskanzleramt initiierten Webportals für Opfer von Cyberkriminellen. Es zeigt zum Beispiel, was zu tun ist, wenn man Opfer einer Erpresser-Schadsoftware geworden ist.

Die international tätige Unternehmensberatung Accenture hat diesen Sommer 2.000 IT-Verantwortliche in Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar zum Thema digitale Sicherheit interviewt.

Die Studie wurde in 15 Ländern durchgeführt, darunter in acht europäischen Ländern. Abgefragt wurden Informationen über erfolgte Cyberangriffe, die Effektivität der Sicherheitsmaßnahmen und des bestehenden Budgets. „Die Umfrageergebnisse zeigen, dass permanente Cyberangriffe heute in jeder Branche Realität sind“, kommentiert ein Sprecher des Studienerstellers.

Im Schnitt 106 Cyberangriffe pro Unternehmen

Die Studie spricht von durchschnittlich 106 Cyberangriffen auf jedes Unternehmen. Gemeint sind damit nicht die ständigen „zufälligen“ Angriffe, sondern gezielte Attacken. Ein Drittel davon sei nach Angaben der Befragten erfolgreich verlaufen. Im Schnitt entspreche dies also für jedes Unternehmen zwei bis drei Angriffen pro Monat, bei denen die Sicherheitsvorkehrungen überwunden werden, so Accenture.

„Allerdings wurde rund ein Drittel der Sicherheitslücken in Unternehmen nicht von den Teams für IT-Sicherheit entdeckt, sondern beispielsweise von anderen Mitarbeitern oder externen Quellen“, heißt es weiter.

51 Prozent sagten laut Studienersteller, dass Verletzungen der IT-Sicherheit erst nach mehreren Monaten entdeckt werden. „Rund ein Viertel entdeckt erfolgreiche Angriffe sogar erst nach einem Jahr oder noch später.“

Drei Viertel sind trotzdem von ihrer Abwehrstrategie überzeugt

Wenngleich Angreifer offenbar häufig erfolgreich sind, zeigen sich dennoch 75 Prozent der Befragten überzeugt, dass ihre Strategie zur Abwehr von Cyberangriffen funktioniert. 38 Prozent gaben an, in der Lage zu sein, Angriffe zu überwachen, und 44 Prozent, sie identifizieren zu können.

Im Schnitt stehen Unternehmen laut der Studie acht Prozent der IT-Budgets für Sicherheitsmaßnahmen zur Verfügung.

Die letzte große Investition in die Transformation der IT-Sicherheit liege bei 62 Prozent der Befragten zwischen sechs und zwölf Monate zurück, bei 22 Prozent ein bis zwei Jahre. Lediglich 16 Prozent investierten in den vergangenen sechs Monaten in großem Umfang in die IT-Sicherheit.

Hauptgefahren aus Sicht österreichischer KMUs

Bei den Zielen der IT-Sicherheit stehe an oberster Stelle, Firmeninformationen zu sichern (56 Prozent), den guten Ruf des Unternehmens zu wahren (54 Prozent) und Kundendaten zu schützen. Beim Nachbarn Deutschland sei ein weiteres vorrangiges Thema, Betriebsunterbrechungen vorzubeugen (61 Prozent).

Wie aus einer anderen Studie hervorgeht, die ein Versicherer kürzlich veröffentlicht hat – sie wurde unter Klein- und Mittelunternehmen (KMUs) durchgeführt –, fürchten österreichische KMUs vor allem drei Folgen von Cyberattacken: Allen voran sind dies Betriebsunterbrechungen und ein Diebstahl von Kundendaten, mit etwas Abstand auch die Rufschädigung des Unternehmens.

Konkret wird das Risiko einer durch Cyberangriffen bedingten Betriebsunterbrechung, etwa wegen eines Virusbefalls oder eines Ausfalls der Website, von 27 Prozent der befragten österreichischen Unternehmen genannt. Gleich hoch ist der Anteil jener, die fürchten, dass Kundendaten in falsche Hände geraten könnten. Jeweils knapp ein Fünftel denkt an mögliche Reputationsschäden oder den Diebstahl von Geld oder Ersparnissen. Bei beiden ist der Anteil der Nennungen gegenüber einer entsprechenden Umfrage im Vorjahr merklich gestiegen.

Erste Hilfe für den Ernstfall

In Österreich gibt es zum Schutz vor Cyberrisiken unter anderem für Firmen im Internetportal www.onlinesicherheit.gv.at des Bundeskanzleramts und des A-SIT Zentrums für sichere Informationstechnologie - Austria Tipps für eine sichere IT-Nutzung. Auch aktuelle Warnungen über entsprechende Bedrohungen können hier abgerufen werden. Neu auf der Website ist das Angebot einer Ersten Hilfe für den Ernstfall, zum Beispiel um einen Erpressungstrojaner (Ransomware) zu entfernen.

Die Versicherungswirtschaft bietet passende Absicherungslösungen vor Cyberrisiken, die ein Unternehmen bedrohen können, an. So lassen sich beispielsweise mit Cyber-Versicherungspolizzen zahlreiche Kosten absichern, die aufgrund eines erfolgten Hacker- und Spionageangriffes notwendig sind.

Darunter fallen zum Beispiel Kosten für die Wiederherstellung von durch Cyberkriminelle beschädigten oder zerstörten Daten sowie Aufwendungen, um eine Betriebsunterbrechung aufgrund eines geglückten Hackerangriffs zu verhindern. Aber auch Ausgaben für ein notwendiges Krisenmanagement, nachdem Cyberkriminelle beispielsweise geklaute Daten unerlaubt veröffentlicht haben, sind versicherbar.


Ernst Krusch  |  Versicherungsmakler & staatlich geprüfter Vermögensberater
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