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Diese neun Risiken können uns jetzt bevorstehen

(kunid) Höhere Unfallgefahr nach coronabedingter Betriebspause, ein plötzlicher Anstieg der Insolvenzzahlen, verschärfte Einkommensungleichheit, neue Risiken durch neue „Mikromobilität“ im Verkehr oder durch „Wearables“ in Gesundheitsdingen – eine neue Analyse des Swiss Re Institute wirft einen Blick auf potenzielle Risiken der nahen und weiteren Zukunft.

Experten des Schweizer Rückversicherers Swiss Re Institute (SRI) sammeln frühe Anzeichen für neuartige Risiken, die dann von einem speziellen Team beurteilt werden.

Die 2021er-Analyse identifiziert neun solche Risiken.

Höheres Schadenrisiko nach Betriebspausen

Zwei Risiken wird ein besonders großes Auswirkungspotenzial zugeschrieben.

„Als Covid-19 Ende 2019 auftauchte, erahnte kaum jemand das Ausmaß der Folgen“, sagt Patrick Raaflaub, Group Chief Risk Officer von Swiss Re. „Viele Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben selbst neue Risiken geschaffen, von zunehmender Ungleichheit bis hin zu den Gefahren der Wiederinbetriebnahme nicht ausreichend gewarteter Industrieanlagen.“

Als Risiko mit hohem potenziellem „Impact“, das innerhalb der nahen Zukunft (also innerhalb von drei Jahren) auftreten kann, führt der Bericht denn auch den „Neustart“ pandemiebedingt ausgesetzter Tätigkeiten und „eingemotteter“ Betriebsanlagen an.

So könnte es etwa aufgrund mangelnder Wartung oder Überwachung vermehrt zu Schäden und Unfällen kommen.

„Zombiefirmen“: problematischer Ausstieg aus Staatshilfen

Das andere Problem mit potenziell großen Auswirkungen betrifft auf etwas längere Sicht die Konsequenzen, die ein Ende staatlicher Corona-Unterstützung für Unternehmen haben könnte.

Staatliche Corona-Hilfsmaßnahmen haben zwar vielen gesunden Unternehmen bei der Weiterführung der Geschäfte geholfen, aber auch unrentable Betriebe gestützt – die sogenannten „Zombiefirmen“.

Tiefe Zinsen sind ein Anreiz, Kredite aufzunehmen. Sobald die staatliche Unterstützung versiegt – und Zombiefirmen insolvent werden – besteht die Gefahr umfangreicher Ausfälle. Um einen plötzlichen Anstieg bei Zahlungsausfällen und Insolvenzen zu vermeiden, „müssen die Regierungen genau überlegen, wie und wann sie Konjunkturpakete auslaufen lassen“.

Schlussfolgerung: Die Politik sollte „im Interesse einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung langfristig lebensfähige Unternehmen unterstützen und bei unrentablen Betrieben eine geordnete Umstrukturierung erleichtern“.

Verschärfte Einkommensungleichheit

Auch zwei der als „mittel“ eingestuften Risiken hängen mit Corona zusammen. Eines davon bezieht sich auf Einkommensungleichheiten: „Die Covid-19-Lockdowns haben die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert“, stellt Swiss Re fest.

Besonders bedenklich sind überproportional starke Auswirkungen auf die jüngeren Generationen, die bereits mit einem angespannten Arbeitsmarkt und mangelnden Berufsaussichten konfrontiert sind.

Der „Rückgang der Einkommen in vielen Teilen der Weltgemeinschaft“ bedroht „die gestiegenen Nachfragen nach Versicherungen“, die zuletzt in vielen Märkten zu beobachten gewesen sind.

Langfristige gesundheitliche Folgen der Pandemie

Zweites „mittleres“ Corona-Risiko: Die langfristige Belastung, die Covid-19 für die Gesundheit bedeuten könnte.

Der Bericht würdigt das Tempo, mit dem Impfstoffe entwickelt wurden. Der Erfolg der Impfprogramme hängt aber von vielen Faktoren wie etwa Mutationen oder dem Grad der Impfbereitschaft ab. Zudem gibt es Unbekannte im Zusammenhang mit Long Covid.

Der Umstand, dass die Pandemie zu Verschiebungen anderer nötiger Behandlungen führte, kann sich ebenfalls negativ auf das Gesundheitsniveau insgesamt auswirken.

Dazu kommen noch Nebeneffekte der Pandemie, z.B. psychische Probleme, weniger Bewegung, mehr Alkoholkonsum.

Neuartige Risiken durch neue Mobilitätsformen

Auch wenn Corona ein dominantes Thema ist, gehören auch weitere Gefahren angesprochen, darunter die Dekarbonisierung im Verkehrssektor.

In vielen Städten gibt es bereits ausgeklügelte Mikromobilitätssysteme wie mietbare E-Scooter. Für die Zukunft ist es denkbar, selbstfahrende Lieferfahrzeuge oder sogar Optionen für den städtischen Luftverkehr, etwa Flugtaxis mit sauberem Antrieb, zu entwickeln.

Auch hier gibt es neuartige Risiken: Stadtplaner stehen vor der Herausforderung, ein sicheres Nebeneinander neuer Elektrofahrzeuge mit dem traditionellen Verkehr und der Infrastruktur zu ermöglichen. Verletzungen durch E-Scooter und E-Bikes sind eine potenzielle Quelle neuer Haftungsansprüche.

Das Mietmodell vieler neuer städtischer Verkehrsangebote erfordert außerdem die Weitergabe persönlicher Informationen. Damit tut sich ein Datendiebstahlrisiko auf. Auch Gesetzgebung und Regulierung müssen daher aktualisiert werden, um diese Risiken zu mindern. Fragen Sie in jedem Fall Ihren Berater – um sich bestmöglich gegen Gefahren abzusichern.

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