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Was Reisende aktuell beachten müssen

(kunid) Die Covid19-Pandemie hält Reisende auf Trab. Am Fall Kroatien wird deutlich, dass die Verschärfungen für Touristen auch mit sehr kurzer Vorlaufzeit in Kraft treten können. Auch Italien schließt (Stand Vorwoche) nicht aus, beschränkte Sperrzonen einzuführen, sollten die Infektionszahlen weiter steigen.

Aktuell muss man jederzeit mit weiteren Reisewarnungen rechnen. Urlauber sollten bei der Auswahl des Reiseziels bedenken, ob es im Ernstfall möglich ist, die Heimreise früher anzutreten.

Kurz vor der Reise ist es daher unerlässlich, sich im Detail zu informieren, z.B. mithilfe des Urlaubsservice des ÖAMTC.

Hilfreich ist auch, sich die Zahlen der Covid-19-Fälle für die konkrete Urlaubsdestination anzusehen: Es mag sein, dass ein ganzes Land als „coronafrei“ bezeichnet wird, aber die Covid-19-Fälle in einer bestimmten Region kurz vor Reisebeginn ansteigen.

Gefahr, Gefahr, Gefahr!

Wird man wenige Tage vor dem Urlaub mit einer Reisewarnung der Stufe 5 oder 6 konfrontiert, haben Pauschalreisende das Recht auf eine kostenfreie Stornierung.

Fragen über Fragen

Was ist, wenn ich im Urlaub von einer Reisewarnung überrascht werde? Erfährt man von der Reisewarnung während des Urlaubs, ist eine Rückreise unbedingt ratsam.

Eine Rückreise nach Österreich ist für Österreicher immer möglich, erklärt die ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner.

Ein vorzeitiger Urlaubsabbruch hat unterschiedliche Konsequenzen für Pauschal- und Individualreisende: Wer seine Pauschalreise frühzeitig abbrechen muss, wendet sich am besten an seinen Reiseveranstalter – dieser muss den Rücktransport organisieren und zahlen sowie im Einzelfall die nicht konsumierten Urlaubstage anteilig rückerstatten.

Hat man nur eine Unterkunft gebucht, dann besteht meist – so auch z. B. nach kroatischem Recht – kein Anspruch auf Rückerstattung der nicht konsumierten Nächtigungskosten. Daher sollten Individualreisende mit dem Unterkunftsgeber eine einvernehmliche Lösung suchen.

Höheres Sicherheitsrisiko

Was bedeutet ein hohes Sicherheitsrisiko der Stufen 5 und 6 für meine Reise?

Vor Reisen in diese Länder wird abgeraten. Bei einem hohen Sicherheitsrisiko ab Stufe 5 ist ein kostenloser Rücktritt vom Reisevertrag nach dem Pauschalreisegesetz möglich, wenn die Reise in genau diese Region unmittelbar bevorsteht (Abreise etwa innerhalb der nächsten zehn Tage).

Grundsätzlich erhalten Pauschalreisende alle geleisteten Zahlungen zurück. Und bei einzeln gebuchten Leistungen: Ist beispielsweise das gebuchte Hotel in Österreich oder Italien nicht erreichbar (weil dieses z.B. in einer Sperrzone liegt), kann man dieses kostenfrei stornieren.

Hat man einen Flug in ein Land gebucht, für das eine Reisewarnung besteht, gilt: Findet der Flug statt, man möchte aber nicht mehr verreisen, dann besteht kein Anspruch auf Rückerstattung der Ticketkosten. Dann ist es ratsam, mit der Airline nach einer Kulanzlösung, wie z.B. einer Umbuchung, zu suchen. Wird der Flug seitens der Airline annulliert, erhält der Fluggast die Kosten retour.

Und bei einer Quarantänepflicht?

Welche Rechte habe ich, wenn mein Urlaubsland für Österreicher zum Reisezeitpunkt ein Einreiseverbot oder eine Quarantänepflicht vorsieht?

Wenn man z.B. Hotel plus Flug oder Bahn als Pauschalreise gebucht hat und in das Land zwar einreisen darf, dort aber z.B. sofort in mehrtägige Quarantäne muss, dann besteht das Recht auf eine kostenlose Stornierung kurz vor Reiseantritt.

Eine verpflichtende 14-tägige Quarantäne nach der Einreise gilt für österreichische Reisende aktuell in Estland, Lettland, Litauen sowie Irland und Island. Es ist nicht auszuschließen, dass auch andere Länder ihre Einreisebestimmungen kurzfristig ändern und z.B. eine verpflichtende Quarantäne nach der Einreise einführen.

Was vor dem Urlaub zu erledigen ist

Muss ich mich vor dem Urlaub im Ausland registrieren oder testen lassen?

Dazu gibt es fast täglich Änderungen und dementsprechend viele Unsicherheiten – auch hier ist eine kurzfristige Info von Nöten.

Für Zypern oder Sardinien beispielsweise sind Reisende verpflichtet, sich vor dem Urlaub online zur registrieren. Auch Griechenland verlangt zwingend eine Registrierung. Eine Reise-Registrierung über das Außenministerium ist daher ratsam.

Und wenn es ganz anders kommt?

Wer trägt die Kosten, wenn mein Hotel unter Quarantäne gestellt wird und ich länger bleiben muss?

Bei Pauschalreisen übernimmt der Reiseveranstalter die Kosten für einen Zeitraum von maximal drei Nächten, wenn die vereinbarte Rückreise aufgrund unvermeidbarer und außergewöhnlicher Umstände nicht möglich ist.

In Österreich regelt das Epidemiegesetz diese Frage. Dann sind die Kosten zwar vom Bund zu tragen – für welchen Personenkreis und welche Kosten genau das gilt, ist mangels Judikatur noch nicht geklärt.

Bleibt noch zu sagen: Reisen Sie sicher!

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