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Corona für viele eine „andauernde finanzielle Krise“

(kunid) Eine aktuelle „Durchblicker“-Umfrage zeigt, dass drei von vier Haushalten seit Jahresbeginn Steigerungen bei den Fixkosten wahrnehmen. 26 % haben schon einmal Fixkosten gesenkt, 23 % tun dies regelmäßig. Zum Teil müssen sie mit Erspartem oder Krediten gedeckt werden. Hinsichtlich der finanziellen Situation blickt mehr als ein Drittel mit Sorge auf 2022.

Corona trifft Österreichs Haushalte noch einmal besonders hart – und das in einer Phase, in der die Preise in vielen Bereichen des Lebens ohnehin schon spürbar anziehen.

So kommentiert Reinhold Baudisch, Geschäftsführer von Durchblicker, die Ergebnisse einer aktuellen Respondi-Umfrage.

Ihr zufolge erweist sich die Corona-Krise für viele nicht zuletzt auch als „andauernde finanzielle Krise“.

Ein Viertel hat noch immer vermindertes Einkommen

Im Zuge der Pandemie hat sich seit März 2020 bei insgesamt jedem dritten Haushalt (32 %) das Einkommen reduziert. Bei 24 % hält diese Verminderung weiter an. Noch größer ist die Betroffenheit bei Selbstständigen (42 %) und Nichterwerbstätigen (39 %).

Wie stark die vierte bzw. fünfte Welle auf die finanzielle Lage schlägt, zeigt sich besonders daran, dass 21 % der von Einkommensverlusten Betroffenen nach dem Oktober 2021 erstmals eine Reduktion des Haushaltsnettoeinkommens hinnehmen mussten.

Im Schnitt sind die Haushaltseinkommen um rund 640 Euro vermindert. Wird es durch selbstständige Arbeit erwirtschaftet, so sind es durchschnittlich sogar 853 Euro.

In der Gruppe der Nicht-Erwerbstätigen beträgt der entsprechende Wert 735 Euro, in jener der Angestellten 599 Euro. Von den Betroffenen wird in 44 % der Fälle die Corona-Kurzarbeit als Grund angegeben. 26 % nennen den Wegfall von Überstunden, 22 % Kündigung als Ursache der finanziellen Schwierigkeiten.

Deutliche Wahrnehmung steigender Fixkosten

Drei Viertel (74 %) äußern das Gefühl, dass ihre Fixkosten seit Anfang 2022 gestiegen sind. Gar 93 % erwarten, dass sich ihre Fixkosten heuer weiter erhöhen werden.

Am häufigsten werden Lebensmittel (71 % aller Befragten), Treibstoff (68 %) und Strom (68 %) als von Preiserhöhungen betroffene Bereiche genannt.

Ein Fünftel muss für Fixkosten Erspartes aufwenden

Mit welchen finanziellen Mitteln werden die Fixkosten gedeckt? Von sämtlichen Befragten – Mehrfachnennungen waren möglich – gaben 95 % an, sie aus laufendem Einkommen zu finanzieren.

Viele müssen aber auch andere Quellen anzapfen: 22 % müssen auf Ersparnisse zurückgreifen, 9 % regelmäßig ihr Konto überziehen, 4 % Kredite nutzen. 5 % kommen mit ihren Fixkosten demnach überhaupt nicht mehr zurecht.

26 % haben schon einmal Fixkosten gesenkt, und weitere 23 % gaben an, regelmäßig Fixkosten zu senken.

Finanzielle Situation: 38 % blicken sorgenvoll auf 2022

Als „Alarmzeichen“ bezeichnet Baudisch, dass 38 % ihrer finanziellen Situation 2022 mit Sorge entgegensehen.

Für Baudisch ist diese Stimmungslage „kein Wunder, hat doch bei der überwiegenden Mehrheit der Betroffenen die allgemeine wirtschaftliche Erholung nach wie vor nicht zu einer Verbesserung ihrer Einkommenssituation geführt“.

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