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Die Kreditnachfrage von Unternehmen steigt weiter moderat an

(kunid) Seit dem zweiten Quartal 2021 steigt die Nachfrage nach Unternehmenskrediten moderat an. Für das vierte Quartal 2021 erwarten die Banken einen weiteren leichten Anstieg. Das stärkste Wachstum wird bei langfristigen Krediten und bei Krediten an große Unternehmen verzeichnet. Der Anstieg der Nachfrage nach kurzfristigen Krediten sowie von Seiten kleiner und mittlerer Unternehmen fällt schwächer aus.

Die Kreditnachfrage der heimischen Unternehmen steigt wieder im Zuge der wirtschaftlichen Erholung, so eine aktuelle Erkenntnis der Österreichischen Nationalbank (OeNB).

Der Finanzierungsbedarf für Anlageinvestitionen wurde von den befragten Banken als Hauptgrund für die gestiegene Nachfrage im zweiten Quartal 2021 genannt. Im dritten Quartal 2021 wirkten vor allem der Finanzierungsbedarf für Lagerhaltung und Betriebsmittel sowie Refinanzierungen bzw. Neuverhandlungen von Krediten expansiv auf die Nachfrage. Die verstärkte Nutzung von Innenfinanzierung durch die Unternehmen hat sich im zweiten und im dritten Quartal 2021 hingegen dämpfend auf die Nachfrage ausgewirkt.

Während die Nachfrage gestiegen ist, haben die Banken ihre Kreditvergabepolitik (interne Vergaberichtlinien, Kreditkonditionen) im Unternehmenskundengeschäft in den ersten drei Quartalen 2021 kaum verändert. Lediglich die Margen (Zinsaufschläge auf Referenzzinsen) für durchschnittlich risikoreiche Unternehmenskredite wurden in diesem Zeitraum aufgrund der Wettbewerbssituation leicht gesenkt.

Weiterhin stabile Entwicklung im Kreditgeschäft mit privaten Haushalten

In den ersten drei Quartalen 2021 blieben die internen Vergaberichtlinien und die Kreditkonditionen im Privatkundengeschäft weitgehend unverändert – sowohl bei Wohnbaukrediten als auch bei Konsumkrediten und sonstigen Krediten.

Die Nachfrage nach Wohnbaukrediten war weiterhin kräftig. Im Ausblick auf das vierte Quartal 2021 erwarten die befragten Banken eine leichte Verschärfung der Richtlinien für Wohnbaukredite und ansonsten eine weitgehend unveränderte Situation bei Richtlinien und Nachfrage.

Auswirkungen der unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen des Eurosystems

Im Rahmen der Umfrage wurden diesmal auch die Auswirkungen der unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen des Eurosystems thematisiert. Die gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte (längerfristige Kredite für Geschäftsbanken) wurden rege in Anspruch genommen – vor allem die Geschäfte im Juni 2020 und im März 2021.

Zuletzt hat das Interesse jedoch abgenommen. Als Teilnahmegründe führten die Banken vor allem die attraktiven Bedingungen dieser Geschäfte an, aber auch Vorsichtsmotive spielten eine wichtige Rolle, insbesondere im Juni 2020.

Die Banken geben in der Umfrage an, dass sie die durch die Teilnahme an den Geschäften erhaltenen finanziellen Mittel sowohl für die Kreditvergabe an Unternehmen und private Haushalte verwenden als auch Teile der abgerufenen Mittel als Liquidität innerhalb des Eurosystems halten. Diese Mittel stehen prinzipiell für eine künftige Kreditvergabe zur Verfügung. Das Eurosystem möchte mit den gezielten längerfristigen Refinanzierungsgeschäften die Kreditvergabe der Banken fördern und die Erreichung seiner geldpolitischen Ziele unterstützen.

Entwicklung im Wertpapierbereich

Hinsichtlich der Wertpapierankaufprogramme des Eurosystems betonen die Banken die damit einhergehende Belastung ihrer Ertragslage aufgrund geschrumpfter Zinsergebnisse, nennen aber auch positive Auswirkungen auf ihre Liquidität und ihre Finanzierungsbedingungen.

Kritisch betrachten die befragten Banken den negativen Zinssatz der EZB-Einlagefazilität (negativ seit Juni 2014 mit –0,1 %, nach mehreren Senkungen schließlich –0,5 % seit September 2019) und beziehen sich vor allem auf nachteilige Auswirkungen auf ihr Zinsergebnis und damit auf ihre Ertragslage. Die Senkung des Zinssatzes in der EZB-Einlagefazilität hat zum Rückgang der Kreditzinsen beigetragen und die Kreditmargen verengt.

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