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Druck auf Umlagefinanzierung steigt

(kunid) Nächstes Jahr wird das Land voraussichtlich neun Millionen Einwohner haben, bis 2080 könnten es 9,9 Millionen sein. Auf eine Person im Alter von 65 oder höher dürften schon bald nur noch zwei „Erwerbspersonen“ kommen statt wie bisher drei. Das berichtet die Statistik Austria aufgrund einer neuen Prognose.

Österreich hatte im Vorjahr nach Angaben der Statistik Austria 8,916.845 Einwohner. Laut ihrer jüngst veröffentlichten Prognose wird 2022 voraussichtlich die Neun-Millionen-Marke erreicht, 2080 soll das Land 9,937.632 Millionen Einwohner haben.

Zurückzuführen ist das erwartete Wachstum „ausschließlich auf Wanderungsgewinne von jährlich rund 30.000 Personen“. Schon seit der Jahrhundertwende ist dieses vor allem auf Wanderungsüberschüsse entfallen und nur zu rund 3 % auf Geburtenüberschüsse.

In den kommenden Jahren, so die Prognose, dürfte die Zahl der Sterbefälle über jene der Geburten steigen, da die Babyboom-Jahrgänge ins Pensionsalter wechseln.

Weitere Anstiege sind künftig dennoch wahrscheinlich, „da die prognostizierten Wanderungsgewinne die Verluste aus der Geburtenbilanz übertreffen werden“.

„Stärkstes Bevölkerungswachstum im Pensionsalter“

„Seit heuer leben österreichweit mehr Personen im Alter von 65 und mehr Jahren als unter 20-Jährige“, stellt die Statistik Austria mit Blick auf die Alterung Österreichs weiter fest.

Zwar hat die Pandemie den Trend einer zunehmenden Lebenserwartung ausgebremst, sagt Generaldirektor Tobias Thomas: „Im Jahr 2020 ist die Lebenserwartung um ein halbes Jahr zurückgegangen“, so Thomas.

Jedoch erwartet die Statistik Austria, dass der Anstieg der Lebenserwartung nach dem coronabedingten Rückgang „wieder auf den langfristigen Pfad zurückfinden“ sollte.

2040 wäre die Bevölkerung ab dem Alter von 65 Jahren dann um 46 % oder rund 800.000 Personen größer als 2020. Zugleich erhöht sich ihr Anteil von derzeit 19,2 auf dann 26,4 %.

Die Entwicklung der Anzahl der „Erwerbspersonen“

Das „demographische Angebot an Erwerbspersonen“ im Alter von 15 bis 64 Jahren wird laut der „Trendvariante“ 2050 mit 4,56 Millionen Menschen nur um 0,6 % niedriger sein als 2020. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung werde aber von 51,4 auf 47,3 % sinken.

Die Trendvariante ist die „mittlere“ von drei Varianten. Bliebe die alters- und geschlechtsspezifische Erwerbsbeteiligung konstant auf dem Niveau von 2020, so wäre bis 2050 mit einem Rückgang auf 4,34 Millionen Erwerbspersonen zu rechnen („konstante Variante“).

Bei einer etwas stärkeren Ausschöpfung des Erwerbspotenzials – das ist die „Aktivierungsvariante“ – wäre hingegen ein Zuwachs auf 4,69 Millionen möglich.

Druck auf umlagefinanzierte Pensions- und Gesundheitssysteme

„Der Arbeitsmarkt wird zunehmend älter und weiblicher. Grund dafür ist die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen und Personen an der Schwelle zum Pensionsalter, dies wirkt dem Rückgang der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung ein Stück weit entgegen“, sagt Thomas.

Allerdings verändert sich das quantitative Verhältnis der Erwerbspersonen zu jenen im Pensionsalter erheblich. „Während 1951 auf eine Person im Pensionsalter noch vier Erwerbspersonen kamen, so sind es heute nur noch drei Personen, und bereits 2030 werden es nur noch zwei sein.“

Dies, so Thomas, „wird umlagefinanzierte Sicherungssysteme, wie Pensionen oder Gesundheit, unter Finanzierungsdruck setzen“.

Auf lange Sicht knapp vier Fünftel Erwerbsquote

Die allgemeine Erwerbsquote der 15- bis 64-jährigen Bevölkerung lag im Vorjahr bei 76,5 %. Um 2040 könnte mit 78,8 % ein Höhepunkt erreicht sein.

Für die nachfolgenden Jahrzehnte bewegt sich der Anteil der Erwerbspersonen an der 15- bis 64-Jährigen Bevölkerung in der Prognose zwischen 78 und 79 %.

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