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So wird das Finanzwissen der Österreicher verbessert

(kunid) Die Finanzkompetenz der Österreicher soll verstärkt werden. So das ehrgeizige Ziel der neuen österreichischen Finanzbildungsstrategie. Erste konkrete Maßnahme wird die Einrichtung eines Finanzbildungsportals sein, vorgesehen ist auch ein Finanzkompetenz-Check samt „Finanzführerschein“.

Bei den Österreichern soll das Bewusstsein für Finanzthemen gestärkt werden. Der Finanzminister Gernot Blümel hat daher unter dem Titel „Mein Geld, mein Leben, meine Entscheidung – ich bin mir sicher“ den bereits seit längerem angekündigten nationalen Aktionsplan zur Finanzbildungsstrategie in Österreich vorgestellt.

Die Strategie soll dazu beitragen, die Finanzkompetenz der Menschen in Österreich zu stärken und allgemein mehr Bewusstsein für die Themen Finanzen, Kapitalmarkt, Vermögensaufbau und nachhaltige Finanzplanung zu schaffen.

Mit diesem Wissen ist eine verantwortungsvollere und selbstbestimmtere Teilnahme am wirtschaftlichen Leben möglich.

Für die gesamte Bevölkerung

Die Strategie sieht vor, dass in den kommenden fünf Jahren Schritte gesetzt werden, die der gesamten Bevölkerung zugutekommen sollen.

Dabei sollen aber bestimmte Bevölkerungsgruppen besonders erreicht und priorisiert werden. Zu diesen zählen Kinder und Jugendliche, junge Erwachsene, Frauen, berufstätige Erwachsene, Privatanleger und Kleinunternehmer.

Darüber hinaus soll sich die Strategie auf acht Lebensphasen – Schule, Weiterbildung, erster Beruf, Arbeitsleben, erste große Anschaffung, Vorsorgen für die Zukunft, Familienleben und Ruhestand – konzentrieren.

Vier übergeordnete Ziele

Als übergeordnete Ziele der Finanzbildungsstrategie wurden festgelegt: Erstens die frühzeitige Entwicklung von soliden Prozessen in der finanziellen Entscheidungsfindung und die Vermeidung von Überschuldung.

Zweites Ziel ist die Förderung einer verantwortungsvollen Finanzplanung für ein langfristiges finanzielles Wohlergehen.

Weiters soll die Sensibilisierung für die Bedeutung von Finanzbildung und Sicherstellung des Zugangs zu qualitativ hochwertiger Finanzbildung für alle Bürger vorangetrieben werden.

Und schließlich wird viertens die Steigerung der Effektivität von Initiativen zur Förderung der Finanzkompetenz durch Dialog, Koordination und Evaluierung angestrebt.

Diese Ziele sollen durch 41 konkrete Maßnahmen unterstützt werden, die in den verschiedensten Bereichen ansetzen und Finanzbildung sowie Finanzkompetenz stärken.

Erste Maßnahme: neues Finanzbildungsportal

Eine konkrete Maßnahme wird die Etablierung eines Finanzbildungsportals sein. Geplant ist, dass dieses als „One-Stop-Shop“ für Informationen rund um das Thema Finanzbildung fungiert.

Es gibt in Österreich bereits zahlreiche gute Informationen und Initiativen zu diesem Thema, die nun mit dem neuen Finanzbildungsportal zusammengeführt werden sollen, so Blümel.

Vorgesehen ist auch ein Finanzkompetenz-Check: Das Portal wird die Möglichkeit zur Absolvierung eines „nationalen Finanzführerscheins“ bieten. Dieser soll zwar in erster Linie der persönlichen Orientierung dienen, kann aber auch Nachweis einer Zusatzqualifikation bei Bewerbungen sein.

Erste Evaluierung 2026

Um die nationale Finanzbildungsstrategie abzuwickeln und zu koordinieren wird ein „Koordinierungs- und Kooperationsgremium Finanzbildung“ gegründet.

An dessen Spitze wird ein „Finanzbildungsrat“ stehen. Diesem werden Vertreter von Finanz-, Bildungs- und Konsumentenschutzministerium, der Oesterreichischen Nationalbank sowie Vertreter des privaten Sektors bzw. von NGOs angehören.

Eine erste Evaluierung der bis dahin erreichten Ziele ist für 2026 geplant. „Es ist aber klar, dass uns dieses Thema auch über diesen Zeithorizont hinaus begleiten wird“, so der Finanzminister.

Positive Reaktionen

Begrüßt wurde die Strategie unter anderem von Wirtschaftskammer, Industriellenvereinigung und Aktienforum. Dessen Präsident Robert Ottel betont, dass Finanzbildung die Basis für sozialen Wohlstand ist und dazu beitragen kann, zukünftigen Krisen vorzubeugen.

Wesentliches Anliegen ist die professionelle Überarbeitung von Unterrichtsmaterial und eine breite Verankerung in den Schullehrplänen.

Eine „qualitative und quantitative Verbesserung von Unterrichtsmedien“ sowie eine verbindliche Verankerung in den Lehrplänen fordert auch die Industriellenvereinigung.

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