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Warum Frauen (immer noch) weniger Pension als Männer bekommen

Frauen bekommen weniger Pension als Männer: das ist der sogenannte „Gender Pension Gap“.

Am größten ist dieser heute bei verheirateten Frauen: Aufgrund der ökonomischen Einheit von Ehepaaren ist diese Differenz aber oft nicht unmittelbar spürbar.

Direkt betroffen sind heute vor allem aber auch geschiedene Rentnerinnen. Heutige Altersrentnerinnen etwa in der Schweiz erhalten über alle drei Säulen hinweg im Durchschnitt etwa ein Drittel weniger Rente als Männer. Das ergibt eine aktuelle Studie des Unternehmens Swiss Life, starke Parallelen zu Österreich dürfen angenommen werden.

Echo der Vergangenheit

Der Gender Pension Gap ist in der zweiten Säule besonders groß: Über 90 % der Rentendifferenz stammen aus der beruflichen Vorsorge. Hauptursache sind die unterschiedlichen Erwerbsbiografien von Frauen und Männern sowie die Rollenteilung im Familienhaushalt.

Der Gender Pension Gap ist somit bis zu einem gewissen Grad ein Echo aus der Vergangenheit.

Jüngere Frauen sind heute deutlich stärker auf dem Arbeitsmarkt präsent, als es die Generation ihrer Mütter und Großmütter war.

Gender Pension Gap: es ist zu differenzieren

Die statistisch gemessenen Geschlechterunterschiede müssen – gerade im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die finanzielle Selbstbestimmung im Alter – differenziert betrachtet werden.

So ist die Rentendifferenz heute bei verheirateten Paaren mit knapp 50 % am größten. Weil sich mehr als 80 % der verheirateten Paare aber als ökonomische Einheit verstehen und das gesamte Haushaltseinkommen zusammenlegen, dürfte der Gender Pension Gap für diese Frauen vielfach kaum spürbar sein.

Sicherheit der Ehe kann trügerisch sein

Die Sicherheit der Ehe im Hinblick auf die Altersvorsorge kann jedoch trügerisch sein.

Betrachtet man die heutige Rentnerinnengeneration, hat der Gender Pension Gap besonders für geschiedene Frauen große, effektiv spürbare Auswirkungen.

Eine Scheidung stellt jedoch für beide Geschlechter auch aus Vorsorgesicht weiterhin eine Herausforderung dar.

„Vorsorgefalle Konkubinat“

Künftig dürfte der Gender Pension Gap verstärkt im sogenannten „Konkubinat“ (also unverheiratet) lebende Frauen (und Männer) treffen, die sich vorwiegend um die Kindererziehung kümmern.

Die Anzahl der Konkubinatspaare mit Kindern ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Bei dieser Form des Zusammenlebens ist die Vorsorge im Vergleich zur Ehe nicht gleich gut abgesichert.

Obwohl Frauen im Arbeitsmarkt viel aktiver sind als früher, liegt auch bei heutigen Familien gemäß einer Umfrage von Swiss Life sowohl das tatsächliche (41 %) als auch das gewünschte Arbeitspensum der Mütter (48 %) immer noch deutlich unter jenem der Väter (90 % bzw. 74 %).

Frühe Auseinandersetzung mit der eigenen Altersvorsorge bleibt entscheidend

Basierend auf den Resultaten der Studie lassen sich für Frauen, Paare und Arbeitgeber Maßnahmen ableiten, welche die finanzielle Selbstbestimmung von Frauen im Alter fördern.

Dazu zählen eine verstärkte Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt, eine höhere Sparquote von Frauen und ein erhöhter (auch finanzieller) Ausgleich zwischen Partnern in einer Beziehung.

Auch Arbeitgeber nehmen eine wichtige Rolle ein. Flexible Arbeitszeitmodelle und teilzeitfreundliche Angebote können dazu beitragen, den Gender Pension Gap langfristig zu reduzieren.

Grundsätzlich gilt: Frauen sollten sich schon früh im Leben – am besten vor einer allfälligen Familiengründung – mit ihrer Altersvorsorge auseinandersetzen. Ihr Beraterin oder Ihr Berater unterstützen Sie dabei!

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